01.02.1930
Herbstversammlung wurde wegen Sterbefall der Frau des Brandmeister Schnieder auf den heutigen Tag verlegt. Versammlungsrythmus bleibt. Herbstversammlung bei Schulte, Frühjahrsversammlung bei Wiemer und außerordentliche Versammlung bei Fröhlich. Aufgenommen wurden Theodor Schockenhoff und Fritz Lammert.
15.03.1930
Überprüfung der Feuermelder die sich bei August Schulte, Wilhelm Nawara, Fritz Berk, Fritz Lammert, Heinrich Wieling und Heinrich Buschhoff befinden. Die Sammlung für Uniformen erbrachte 14,40 Mark. Wiederwahl von Schnieder und Thomas. Neues Mitglied wurde Heinrich Wieling. Kassenbestand beträgt 96,81 Mark. Veranstaltung eines gemütlichen Abend mit Pfefferpothastessen.
27.09.1930
Rückstellung der Anschaffung neuer Uniformen bis zum Frühjahr des kommenden Jahres, da der Brandmeister noch mit der Gemeindevertretung verhandeln will.
15.04.1931
Wiederwahl von Fritz Berk und August Schulte. Neuaufnahme: Karl Bonnemeyer und Otto Quante. Durchführung eines gemütlichen Abend mit Pfefferpothastessen und Musik.
05.12.1931
Fünf Uniformen wurden vom Kameraden Schneider Häger fertiggestellt. Andere sollen folgen.
16.02.1932
Brand des Wohnhauses und Stallungen des Hofes Sievert in Meyerich. Als Brandursache wurde ein schadhafter Schornstein angenommen. Gemeindevorsteher Nölle leitete die Löschung des Brandes. Der Brand brach um 18 Uhr aus. Landwirt Friedrich Poggel hatte den Brand gemeldet.
Gelöscht wurde der Brand durch die Feuerwehren: Meyerich, Dorfwelver, Flerke, Scheidingen und Klotingen. Schon 1928 brannte eine Wand aus. Der Schornstein soll auch damals die Brandursache gewesen sein.
20.02.1932
Brand der Scheune und Viehhaus des Landwirt und Gemeindevorsteher Heinrich Nölle- Pier. Das Viehhaus war 1906 als massives Eichenfachwerk gebaut worden. In der Scheune lagerten Weizen und Mobiliarstücke. Der Gesamtschaden beträgt 46.300 Reichsmark. Gelöscht wurde der Brand unter der Leitung von Heinrich Sathammer durch die Wehren aus Welver, Meyerich, Klotingen, Scheidingen. Flerke und Wambeln. Als Ursache wird Brandstiftung angenommen.
09.04.1932
200 Mark erhielt Schneidermeister Häger für die Herstellung der Uniformen. Wiederwahl von Gerätewart Wiemer und Spritzenmeister Engbert. Als neue Mitglieder wurden H. Rudack, K. Beckmann und Alfred Hell aufgenommen.
08.09.1932
Brand des Wohnhauses, Stallungen und Scheune des Bauern Josef Mönnig in Illingen. Die Wehren aus Welver, Meyerich, Scheidingen, Dinker, Flerke, Klotingen und Süddinker löschten bei starkem Ostwind den Brand. Brandursache war ein Kurzschluß. Der Schaden wird auf 79.000 Mark geschätzt.
03.12.1932
Die Paradeuniformen wurden mit Nummern von Schneidermeister Häger an die Kameraden übergeben und in ein Verzeichnis eingetragen. Die Freude war groß, da die Anschaffung in Zeiten wirtschaftlicher Not erfolgte.
04.12.1932
Brand des Wohnhauses und Stall des Kaufmanns Adolf Ammermann in Scheidingen. Löschung durch die Wehren Scheidingen, Welver, Flerke und Wambeln.
Das „Dritte Reich“
Mit der Machtübernahme Adolf Hitler am 30.Januar 1933 ändern sich viele Gesetze. Die Auflösung des freiw. Feuerwehrvereins erfolgte auf Grund eines Feuerlöschgesetzes vom 12. Dezember 1933. Das sollte eine einheitliche Feuerwehrregelung für ganz Preußen schaffen. Künftig musste in jedem Ortspolizeibezirk eine leistungsfähige und ausgerüstete Feuerwehr vorhanden sein.
Für das Funktionieren war die Ortspolizei verantwortlich. Dabei unterschied das Gesetz drei Arten von Feuerwehren, die Berufs- Freiwillige- und die Pflichtfeuerwehr. Das Innenministerium regelte Bestimmungen über Ausbildung, Uniformierung und Führerbezeichnung, die Polizeiaufsichtsbehörde die Satzungen der freiw. Feuerwehren. Hervorgehoben wurde die Nachbarschaftshilfe. Bei Entfernungen bis zu 7,5 Kilometer musste unentgeltlich Hilfe geleistet werden. Neben der Steiger- und Löschmannschaft wurde eine Ordnungsmannschaft bestimmt.
Die Feuerwehrverbände waren Körperschaften des öffentlichen Rechts, die mit Hoheits- und Zwangsrechten ausgestattet, eine besondere Art des Polizeiapparates bildete. Disziplin und Ordnung nach militärischem Vorbild forderte der „braune Staat“. „Ungeeignete“ Männer die in ihrer Meinung nicht zum „Führer Adolf Hitler“ und zum Staate standen wurden von den Behörden abberufen. Der Wehrführer sollte vom Landrat eingesetzt werden und galt als alleiniger Vertreter des „Vereins“.
27.04.1933
Ansprache des Brandmeisters Schnieder:
„Auch wir Feuerwehrkameraden grüßen aus vollem Herzen die Welle der nationalen Bewegung, die zur Zeit durch das deutsche Volk geht. Wenn je ein Volk in der Geschichte, so hat es das deutsche in der Gegenwart nötig, sich auf eigene Kraft zu besinnen, die sich aus dem deutschen Volk im Laufe der Jahrtausende ergeben haben.
Seit der Gründung unserer Wehr, ist es unsere Aufgabe, dem ganzen deutschen Volke und dem Vaterlande zu dienen. Die Pflege deutschen Volksbewusstsein und vaterländischer Gesinnung ist die Grundlage und das Ziel unserer Arbeit.
Sie endete mit „Schlauch Heil“ auf den Feldmarschall Hindenburg und den „Volkskanzler“ Adolf Hitler.
18.11.1933
Streichung der Mitgliedschaft bei dreimaligem Fehlen bei Übungen. Überlassung der Trommeln und Flöten der Hitlerjugend, die sich bei Feuerwehrmärschen musikalisch unentgeltlich zur Verfügung stellen müssen. Spende von 10 Mark wurde dem Winterhilfswerk der NSDAP übergeben. Zum Ehrenmitglied wurde Christian Dohle ernannt.
17.03.1934
Der Kassenbestand betrug 180,63 Mark. Spende von 20 Mark erhielt die NS- Frauenschaft Welver. Altkameraden Schulte, Dohle und Wieling erhielten je einen Liter Kognak. Das Essen und Trinken bei der Versammlung wurde aus der Feuerwehrkasse bezahlt. Dann erklärte Brandmeister Schnieder die Feuerwehr für Aufgelöst. Bis zur Neugründung blieben alle Kameraden in ihrer Funktion.
Mit einem dreifachen „Gut Schlauch“ wurde der Verein zu Grabe getragen. Nach singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes unterschrieben 22 Kameraden das Protokoll. Dazu zählten: August Schulte, Fritz Berk, H. Bonnemeyer, B. Hille, Fritz Häger, Fritz Wenwer, Carl Droste, Wilhelm Linnebank, Carl Wiemer, Joseph Fröhlich, Anton Schnieder, Georg Arndt, W. Grote, Franz Klagges, Heirich Wieling, Fritz Buschhoff, Karl Schwenner, Theodor Schockenhoff, die Ehrenmitglieder Anton Berenbrock, Wilhelm Jaspert und Fritz Sundermann.
12.08.1934
Der Dachstuhl des Bauern Schildheuer geriet in Brand. Die Feuerwehren von Meyerich und Welver verhinderten ein Übergreifen des FEUERS AUF DIE ÜBRIGEN Gebäudeteile
10.08.1935
Brand des Wohnhauses und Stallgebäude des Eisenbahners Heinrich Schildheuer in Meyerich. Löschmeister der Feuerwehr Meyerich war Fritz Kötter.
14.03.1935
Brand des Wohnhauses von Arbeiter Georg Arndt. In einem Anbau des fünfzig Jahre alten Wohnhauses war das Feuer entstanden. Die Halbzüge Welver, Meyerich, Dorfwelver, Scheidingen und Recklingsen waren mit der Löschung, unter der Leitung von Brandmeister Schnieder, beschäftigt. Der Schaden wurde auf 17.500 Mark geschätzt. Die Brandursache war unbekannt.
12.04.1935
Brand des Hühnerstalls von Hühnerfarmbesitzer Bernhard Hellmann in Meyerich. Es verbrannten 50 Küken. Der Schaden betrug 2.000 Reichsmark. Das Feuer wurde durch die Löschzüge Meyerich und Scheidingen gelöscht.
15.10.1935
Scheunenbrand auf dem Hofe des Bauern Robert Osthoff in Recklingsen. Die massive Scheune, erbaut 1880, stand in Flammen. Es verbrannten 58 Morgen Getreide, Dreschkasten, Strohbinder, Sämachine, Düngerstreuer, Kartoffelwagen. Der Schaden betrug 180.000 Reichsmark. Der Brand wurde durch den 8jährigen Günter Romberg aus Ostwennemar entzündet. Er ist der Bruder eines auf dem Hof wohnenden Mädchen. Bei den Löscharbeiten waren die Löschzüge Recklingsen, Welver, Meyerich, Klotingen, Berwicke, Borgeln und Nateln im Einsatz.
Halblöschzug Meyerich 1936

K.Bönig - A.Schriek - K.Ranze - M.Hustadt - G.Salthammer - W.Rosenhöfel - F.Figge - H.Hemmer - H.Coerdt
K.Möllenhof - G.Röttger - F.Kötter - H.Hennenkemper - R.Frische - F.Ueckermann - F.Dowe
E.Sundermann - W.Siever
31.08.1936
Brand des Wohnhauses und Stallungen des Landwirt Wilhelm Maas in Flerke. Das Inventar wurde gerettet. Die Löschung erfolgte durch den Halblöschzug Flerke.
30.03.1937
Das Zeitalter der Motorisierung meldete sich an. Für die freiw. Feuerwehr Meyerich war es ein Meilenstein in der Geschichte. Im Beisein von Amtsbürgermeister Tacke, Kreisfeuerwehrführer M. Markhoff, Obersturmbannführer Naujokat, Adjudant Cord und Bürgermeister Heinrich Hennenkemper wurde dem Halblöschzug Meyerich eine Motorspritze feierlich übergeben. Als größte Gemeinde des Amtes Borgeln- Schwefe bestand eine berechtigte Anwartschaft auf dieses Gerät.
28.04.1937
Eine große Brandverhütungsschau des Kreises Soest fand für die Schulkinder und am Abend für die Bevölkerung im Buchenwaldsaal statt. Etwa 300 Kinder und Erwachsene nahmen an der Schau teil.
14.05.1937
Die Brandmeister berichteten über die Durchführung der Uniformierung der Halbzüge mit Stahlhelme und Steigergurte.
14.07.1937
Für 25 jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Meyerich wurden vom Kreisfeuerwehrführer Markhoff, Brandmeister Fritz Kötter, Heinrich Dowe und Fritz Rudack ausgezeichnet.
03.08.1937
Im Rahmen der Versammlung mit vorausgegangener Übung überreichte Brandmeister der Feuerwehr Welver, Anton Schnieder für 25 jährige Mitgliedschaft das Reichsfeuerwehrabzeichen 2. Klasse an den Löschmeister Friedrich Berk, Oberfeuerwehrmann und Pg. Bürgermeister Carl Wiemer und den Oberfeuerwehrmännern Carl Engbert, Franz Dreier, Heinrich Schulze und Albert Kreggenfeld. Auch der Brandmeister Schnieder erhielt ein Abzeichen. Dem Löschzug Welver gehören 27 Mitglieder an.
19.08.1937
Die Provinzial- Feuersozietät Münster gewährt eine Beihilfe für die Anschaffung einer 2. Motorspritze FEN 560 Größe II 800 Liter Saugleistung mit Zubehör eines zweirädrigen Transportkarren.
--.11.1938
Adolf Hitler unterzeichnete Ende November 1938 ein neues Feuerlöschgesetz. Die Freiwilligen Feuerwehren verloren das Vereinsstatut und wurden in eine Feuerhilfspolizei mit dem Führerprinzip umgewandelt.
30.07.1937
Stallungsbrand bei Arnold Pake, Pächter und Gastwirt in Dorfwelver. Im Stall verbrannten eine Kuh, drei Schweine und zehn Hühner. Brandursache war vermutlich Brandstiftung. Die Löschung wurde unter Leitung von Wiehoff durch den Halblöschzug Dorfwelver durchgeführt.
01.09.1939
Der zweite Weltkrieg beginnt. Viele Feuerwehrmänner wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Über den Einsatz der Feuerwehren Meyerich und Welver muß aufgrund fehlender Protokollbücher auf andere Quellen und Augenzeugen zurück gegriffen werden.
Vor dem Hintergrund dieses Gesetzes wurde der Amtsbezirk Borgeln- Schwefe neu geordnet und eine freiwillige Feuerwehr Mecklingsen gebildet, die aus 26 Halbzüge mit höchstens 27 Mann je Zug bestand. Die Feuerwehr Meyerich wurde zum Halbzug 14 der von Friedrich Kötter geführt wurde, Welver bildete unter Führung von Anton Schnieder den Halbzug 25.