Im Jahre 1836 wurde in der Provinz Westfalen die “Allgemeine Feuerversicherungssozietät“ gegründet.
Als Folge der Gründung erwies es sich als notwendig, eine allgemein gültige Feuerschutzordnung für die Provinz Westfalen zu erlassen. Damit wurden die in vielen Orten und Kreisen unterschiedlichen Feuerschutz-Ordnungen hinfällig. Es blieb jedoch den Verwaltungsbezirken, d. h. Städten und Kreisen, unbenommen, beim Vorliegen von Besonderheiten erweiterte Anordnungen, z. B. Kreis-Feuer-Polizei-Ordnungen zusammenzustellen.
Im Kreis Soest wurde durch den königlichen Regierungs- und Landrat von Dolffs am 04. September 1843 die Feuerpolizei-Ordnung für den Kreis Soest mit Ausschluss der Städte Soest und Werl erlassen.
Im Zuge dieser Feuerpolizei-Ordnung wurde der Gemeindevorsteher Kipper von Vellinghausen vom Amtmann Pilger aus Weslarn aufgefordert, dem Gehalt dieser Ordnung nachzukommen und ihm das Verzeichnis der Spritzenmannschaft und der sonstigen notwendigen Personen zu übersenden.
Dieser Aufforderung kam man umgehend nach. Die Schriftstücke sind noch vorhanden und so können wir heute nachlesen, wie sich die erste Feuerwehrmannschaft von Vellinghausen und Eilmsen nach dem Erlass der damaligen Feuerpolizei-Ordnung zusammensetzte.
Nach § 5 waren neben dem Spritzenmeister und seinem Stellvertreter noch 24 Mann namentlich zu benennen, die ausschließlich die Bedienung der Spritze wahrzunehmen hatten.
Laut Feuerpolizei-Ordnung § 9 waren in den Monaten März und September die Geräte der Feuerwehr zu probieren und die Mannschaft in deren Gebrauch einzuweisen. (2 Übungen im Jahr, das waren Zeiten). Die Feuerpolizei-Ordnung gibt weiterhin Aufschluss über den Bestand von Spritzenbezirken am 04.09.1843 im Kreis Soest. Nachstehend sind die im § 1 aufgeführten Spritzenbezirke der jetzigen Gemeinde Welver aufgeführt:
Und folgende Orte der jetzigen Gemeinde Welver mussten noch Feuerspritzen anschaffen und Spritzenbezirke schaffen
Man kann aus der Feuerpolizei-Ordnung also ersehen, dass das Feuerwehrwesen in Vellinghausen und Eilmsen und anderen Gemeinden schon vor dem Jahr 1843 bestand. Das auch schon ein Gerätehaus seit längerer Zeit vorhanden war, ersieht man aus den Gemeindeunterlagen von 1857 der Gemeinde Vellinghausen, als das alte Gerätehaus wegen Baufälligkeit zerlegt werden musste. Wobei der Wert der vorhandenen Ziegel und Balken noch auf 12 Reichstaler geschätzt wurde.
Orts- und Kreisgrenzen existierten nicht bei der gegenseitigen Hilfeleistung. Die Feuerpolizei-Ordnung der Provinz Westfalen sagte aus, dass bis zu einer Entfernung von einer halben Meile aus den benachbarten Gemeinde aus jedem Haus wenigstens einer der dazu aufgeforderten Eingesessenen zur Hilfe herbeieilen müsse. Bei einer Entfernung von einer halben bis zwei Meilen genügte die Übersendung der Fahrspritze nebst den dazugehörigen Betriebsmannschaften und Feuereimern. Wenn man bedenkt, dass eine preußische Meile 7.420 m lang war, dann bedeutet dies, dass die Feuerwehmänner damals Entfernungen von ca. 15 km, also bis vor die Tore der Stadt Hamm, Soest, Werl und Beckum, zu Bränden herangezogen werden konnten.
Das dies auch geschah, ersieht man noch aus einem Brief aus dem hervorgeht, dass bei Bränden in Dinker und Uentrop im Jahre 1859 Ledereimer verlorengegangen waren, die dann wiederbeschafft werden konnten.
Die Unterlagen in der Gemeinde sagen in der folgenden Zeit nicht allzu viel über die Vorkommnisse in der Feuerwehr aus. Jedoch sind einige amtliche Briefe und Unterlagen der Gemeinde erhalten geblieben, die erwähnenswert sind. So stimmte am 03. Februar 1859 der Amtmann Pilger einer Erhöhung des Gehaltes des Spritzmeisters von 2 auf 3 Silbergroschen zu, wenn davon auch noch das Schmieren der Schläuche nebst der Gestellung des Materials dafür eingeschlossen war. Das das Zusammenspannen von Pferden aus unterschiedlichen Ställen nicht immer problemlos war, wurde im Jahr 1892 das Fahren der Spritze zu den Einsätzen an D. Klauke aus Eilmsen vergeben, der gegenüber der Gemeinde als Unternehmer bezeichnet wurde. Das war wohl auch eine Frage des Haftungsausschlusses der Gemeinde, so dass eventuelle Fahrfehler oder Schäden aufgrund durchgehender Pferde nicht der Gemeinde angelastet werden konnten.
1927 wurde die alte Feuerwehrspritze, dies aus den napoleonischen Kriegen als Beutestück in Vellinghausen geblieben sein soll, durch eine neue Handdruckspritze ersetzt. Diese wird heute noch bei historischen Übungen unserer Löschgruppe und auch in Nachbarorten eingesetzt.
Im 1.000-jährigen Reich, das bekanntlich von 1933 bis 1945 dauerte, kamen auf die Feuerwehr in Vellinghausen und Eilmsen auch umfangreiche Veränderungen zu.
Zunächst einmal wurden die altbewährten Brandmeister durch jüngere Männer ersetzt. Diese Maßnahme der Verjüngung der Wehr war sicherlich notwendig, denn vom Jahr 1935 an wurden verstärkt auch Aufgaben des Luftschutzes durch die Feuerwehr mit wahrgenommen. Als Brandmeister wurde damals Fritz Kühne uns als sein Stellvertreter Paul Schlotmann eingesetzt.
Organisatorische Schwierigkeiten entstanden im Laufe des Krieges durch die Einberufung der Feuerwehrleute zur Wehrmacht, so dass nach einem Brandeinsatz in Soest auf dem Hofe Münstermann die Feuerwehr auf Geheiß des Amtsbürgermeisters Tacke neu organisiert wurde.
Wie die Organisation damals genau ausgesehen hat, kann heute so recht niemand mehr nachvollziehen, da die Daten und Niederschriften in den Wirren des Krieges verloren gegangen sind. Es existieren jedoch Mitgliederlisten, die besagen, wer Mitglied der „Freiwilligen Feuerwehr“ Eilmsen war. Da die Listen auch Namen von im Krieg gefallenen Feuerwehrkameraden enthalten, aber leider keine Datumsangaben, kann daraus geschlossen werden, dass die 1. Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr während des 2. Weltkrieges erfolgte oder dass der damalige Schriftführer den Ausdruck „Freiwillige Feuerwehr“ fälschlicherweise benutzt hat.
Sei es wie es sei – am 30. April 1949 wurden dann auf Betreiben der beiden Gemeinden Vellinghausen und Eilmsen und des Amtes Borgeln-Schwefe die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen und auf eine neue Basis gestellt. Erster Brandmeister wurde Karl Pieper aus Vellinghausen und sein Stellvertreter Karl Greine aus Eilmsen.
Zunächst wurde noch mit der vorhandenen Handdruckspritze geübt. Eine Motorspritze, Marke DKW, aus alten Heeresbeständen wurde am 30. April 1950 offiziell an die Feuerwehr übergeben
Im Jahr 1951 wurde noch der dazugehörige Geräteanhänger angeschafft.
1954 Einweihung des neuen Gerätehauses
1958 Übergabe eines TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug)
1960 Übergabe einer TS 8 an die Wehr
1968/1969 Die zentrale Wasserversorgung wird gebaut
1970 Es werden Löschzüge gebildet. Die Feuerwehr in Vellinghausen-Eilmsen wird Stützpunkt des Zug 3. Erster Zugführer wird Karl Pieper
1974 25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Vellinghausen-Eilmsen.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der beiden Ortsteile Vellinghausen und Eilmsen wurde das 25-jährige Gründungsfest begangen. Neben den vielen Gästen konnte Brandmeister Karl Pieper Gemeindebürgermeister Knierin aus Welver und den Gemeindewehrführer Dienst begrüßen.
1975 Ein gebrauchtes LF 8 wird übernommen. Atemschutzgeräte, Schaumrohre und Bergungsgeräte werden angeschafft.
1977 Treten Brandmeister Pieper und sein Stellvertreter Karl Greine nach 28 Dienstjahren zurück. Neuer Wehrführer wird Wilhelm Bielefeld und sein Stellvertreter Hans Röttger.
1978 Tritt Hans Röttger aus beruflichen Gründen zurück, sein Nachfolger wird Willi Antepoth.
Im Gerätehaus wird in Eigenhilfe eine Toilette eingebaut.
1983 Wird ein neues LF 8 übernommen, das auch heute noch im aktiven Dienst der Löschgruppe ist.
1988 Wilhelm Bielefeld wird Gemeindewehrführer der Gemeinde Welver.
Zum Löschgruppenführer wird Wilhelm Antepoth und zum Stellvertreter Ernst Göppentin ernannt.
1990 Ernst Göppentin wird Löschgruppenführer und sein Stellvertreter Guido Helmig.
1992 Beginn des Gerätehaus-Neubaus in Vellinghausen.
1993 150 Jahre Feuerwehr Vellinghausen-Eilmsen.
Übernahme des neuen Feuerwehrgerätehauses.
2002 Fahrzeugübergabe vom TSFW (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank).
Als Gäste aus der Politik waren der Bürgermeister Hans Peter Luck, die stellvertretende Bürgermeisterin Helga Marohn, der Ortsvorsteher Ewald Stehling und die Fraktionsvorsitzenden der im Rat vertretenden Parteien anwesend.
Von der Feuerwehr waren der Gemeindewehrführer Wilhelm Bielefeld, die stellvertretenden Gemeindewehrführer Rüdiger Pannock und Gerd Droste, die Zugführer Dieter Sundermann, Jochen Pake und Karsten Balzukat, die aktiven Kameraden von Nateln – Dinker und Vellinghausen - Eilmsen und der Ehrenabteilung von Vellinghausen - Eilmsen anwesend.
Der Bürgermeister Hans Peter Luck wünschte der Feuerwehr Vellinghausen – Eilmsen viele Übungen und möglichst wenige Einsätze. Es erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe vom Bürgermeister zum Gemeindewehrführer und an die Feuerwehr.
2006 Fahrzeugübergabe LF16/12.
Die Gemeinde Welver konnte in diesem Jahr zwei LF16/12 vom IDF ersteigern. Ein Fahrzeug wurde in Vellinghausen stationiert und ersetzt seitdem das TSF/W, das nun von der Löschgruppe Einecke genutzt wird.